Akustik von A-Z

Stichwortverzeichnis Akustik

Nachstehend haben wir die wichtigsten Begriffe der (Raum-)Akustiklehre fĂŒr Sie zusammengestellt und versucht sie allgemeinverstĂ€ndlich zu erklĂ€ren. Sollten ihrer Ansicht nach Begriffe fehlen oder sollten ErklĂ€rungen detaillierter ausfallen – wir freuen uns auf Nachricht!

Gerne erlÀutern wir Ihnen im persönlichen GesprÀch tiefer gehende ZusammenhÀnge und geben Hilfestellung, wie ihr akustisches Problem mit dem Einsatz unserer Produkte gelöst werden kann.
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Absorberklasse
siehe „Schallabsorptionsklassen“

Absorptionsgrad α (Alpha)
Der Absorptionsgrad α gibt an, wie groß der absorbierte Anteil des gesamten einfallenden Schalls ist. α = 0 bedeutet, es findet keine Absorption statt, der gesamte einfallende Schall wird reflektiert. Bei α = 0,5 wird 50 % der Schallenergie absorbiert und 50 % reflektiert. Bei α = 1 wird der komplette einfallende Schall absorbiert, das heißt, eine Reflexion findet nicht mehr statt (Beispiel: offenes Fenster, oder idealer “schalltoter” Raum). Normalerweise liegen die Werte je nach Schallschlucksystem zwischen 0,2 und 0,8 α. Der Wert Alpha hĂ€ngt dabei vom OberflĂ€chenmaterial und der Frequenz ab. FĂŒr die Schallempfindung in einem Raum spielt das VerhĂ€ltnis von absorbierter und reflektierter Schallenergie eine ausschlaggebende Rolle.

Gelegentlich werden Werte vom Schallabsorptionsgrad α grĂ¶ĂŸer 1, also > 100% angegeben. Dieses wird unter praxisnahen Bedingungen bestimmt und trĂ€gt der Tatsache Rechnung, dass die wirksame FlĂ€che eines Absorbers etwas grĂ¶ĂŸer ist, als seine geometrische FlĂ€che. (Vereinfacht gesagt, fließt zusĂ€tzlich zur Absoprtionsleistung der gesamten Paneel-FlĂ€che auch die der KantenflĂ€chen in die Berechnung des Absoprtionsgrades ein.)

Auralisation
Raumakustische Computersimulation, die es erlaubt, bereits in der Planungsphase in RĂ€ume unter BerĂŒcksichtigung ihrer geometrischen und akustischen Eigenschaften hineinzuhören.

Äquivalente SchallabsorptionsflĂ€che
Das Ergebnis aus dem Schallabsorptionsgrad (α) eines Materials und dessen FlĂ€che (S) bezeichnet man als Äquivalente SchallabsorptionsflĂ€che (A).

Dezibel (dB)
Das Bel (B) bzw. Dezibel (dB) ist eine nach Alexander Graham Bell benannte Hilfsmaßeinheit zur Kennzeichnung von Pegeln und Maßen. In der Akustik wird diese logarithmische GrĂ¶ĂŸe zur Angabe des Schalldruckpegels verwandt. Die fĂŒr den Menschen relevante Skala reicht von 0 dB bis 140 dB.

Direktschall
Der Direktschall ist der Schallanteil in einem geschlossenen Raum, der bei seinem Eintreffen am Hörort (bzw. Messort) eintrifft, ohne zwischenzeitlich Schallreflexionen erfahren zu haben.

Eigenmoden
siehe „Raummoden“

Einzahlwerte der Schallabsorption (Alpha-w Wert)
Die frequenzabhĂ€ngigen Schallschluckeigenschaften von Absorbern werden durch einen Einzahlwert ausgewiesen. Dies geschieht zur vereinfachten Darstellung sowie zum groben Vergleich unterschiedlicher Schallabsorber. In Europa ist hier der „bewertete Schallabsorptionsgrad“ (α-w) nach DIN EN ISO 11654 gebrĂ€uchlich. Im amerikanischen Raum verbreitete Einzahlwerte sind der NRC- und der SAA-Wert. SĂ€mtlichen Werten liegen Messungen der Schallabsorption in Terzen bzw. Oktaven zugrunde. FĂŒr eine detaillierte raumakustische Planung ist eine exakte Einsicht in die frequenzspezifischen Absorptionswerte unbedingt erforderlich.

Flatterecho
Ein Flatterecho ist eine periodische Folge eines Echos, die dadurch zustande kommt, dass ein Schallsignal sich auf einem Weg ausbreitet, der ĂŒber stark reflektierende FlĂ€chen zum Ausgangspunkt zurĂŒckfĂŒhrt. Die Hörbarkeit eines Flatterechos setzt voraus, dass die Flatterecho-Nachhallzeit grĂ¶ĂŸer ist, als die Nachhallzeit des ganzen Raumes. Wenn der Abstand der FlĂ€chen, zwischen denen der Schall hin und her geworfen wird, klein ist, hat das Flatterecho einen Toncharakter. Bei großen Wegen werden dagegen letztere als getrennte Signale empfunden: Ein Schuss oder HĂ€ndeklatschen klingt dann wie ein schwĂ€cher werdendes Maschinengewehrfeuer. Solche Flatterechos können in sehr hohen RĂ€umen entstehen oder (auch bei relativ geringer Deckenhöhe) zwischen einem ebenen Boden und einer gekrĂŒmmten Decke oder einem BrĂŒckenbogen darĂŒber. Flatterechos werden fast in jeder Raumsituation als störend empfunden und sollten vermieden werden. Das kann durch eine geometrische Raumgestaltung erreicht werden und/oder durch teilweises Belegen reflektierender FlĂ€chen mit absorbierendem Material.

Frequenz
Mit Frequenz bezeichnet man die Anzahl von Ereignissen innerhalb eines bestimmten Zeitraums, im Bereich der Akustik demnach die Anzahl von SchalldruckĂ€nderungen pro Sekunde. Schallereignisse mit einer hohen Frequenz werden als hohe Töne wahrgenommen, Schallereignisse mit niedriger Frequenz als tiefe Töne. Die Maßeinheit der Frequenz ist Hertz (Hz), 1 Hz = 1/s. Der fĂŒr Menschen hörbare Bereich liegt zwischen 20 Hz und 20000 Hz. Der Frequenzbereich der menschlichen Sprache bewegt sich im Bereich von 250 Hz bis 2000 Hz.

Hallraum
HallrĂ€ume sind speziell fĂŒr schalltechnische Messungen prĂ€parierte RĂ€ume, deren InnenwĂ€nde die auftreffenden Schallwellen zu einem hohen Anteil reflektieren und zudem gleichmĂ€ĂŸig verteilen sollen. Aus diesem Grunde verfĂŒgen HallrĂ€ume ĂŒber besonders lange Nachhallzeiten im gesamten Frequenzbereich.

Hallraumverfahren
Das Hallraumverfahren dient zur Bestimmung des frequenzabhÀngigen Schallabsorptionsgrades eines zu testenden Absorbermaterials. Die lÀsst sich rechnerisch aus der VerÀnderung der Nachhallzeit im Raum ermitteln.

Helmholtzresonator
Ein Helmholtz-Resonator (benannt nach Hermann von Helmholtz) ist ein akustischer Resonator. Er besteht aus einem Gasvolumen mit einer engen Öffnung nach außen. Durch die ElastizitĂ€t des Luftvolumens im Inneren in Kombination mit der trĂ€gen Masse der in der Öffnung befindlichen Luft entsteht ein mechanisches Masse-Feder-System mit einer ausgeprĂ€gten Eigenresonanz. In der Raumakustik können Helmholtzresonatoren gezielt zur Absorption schmalbandiger, tieffrequenter Raummoden herangezogen werden.

HintergrundgerÀuschpegel
Als HintergrundgerĂ€usche werden in der Regel diffuse GerĂ€usche ohne direkten Informationsgehalt bezeichnet. Die Messung des dabei auftretenden GerĂ€uschpegels erfolgt in dB, bzw. unter Betrachtung der Frequenzen entsprechend dem menschlichen Gehör in dB(A). Menschliche Stimmen im Hintergrund – egal ob sprechend oder singend – oder kurze, voneinander abgesetzte Töne stören die GedĂ€chtnisleistung, dies stellte die Arbeitsgruppe des LĂ€rmforschers und Psychoakustikers Prof. Dr. August Schick bei einer Studie fest. Zudem hat der HintergrundgerĂ€uschpegel direkte Auswirkungen auf die VerstĂ€ndlichkeit von Sprache.

Hörsamkeit
Die Hörsamkeit ist ein Oberbegriff, der die Wirkungen der akustischen Eigenschaften eines Raums fĂŒr Schalldarbietungen am Ort des Hörenden beschreiben soll. Im Bereich der Arbeitsplatzeinrichtung ist die SprachverstĂ€ndlichkeit hier eine maßgebliche GrĂ¶ĂŸe.

LĂ€rm
LĂ€rm ist jeder Schall, der nicht der Information des SchallempfĂ€ngers dient und/oder lauter als notwendig wahrgenommen wird und zu HörschĂ€den fĂŒhren kann. Die objektive Bewertung des LĂ€rms mittels allgemein gĂŒltiger GrĂ¶ĂŸen erweist sich als Ă€ußerst schwierig, da das Empfinden jedes Menschen von seiner Physiologie, seiner Einstellung zu LĂ€rm, seiner aktuellen Verfassung, anderen psychischen Merkmalen und Umgebungsbedingungen abhĂ€ngt. Von LĂ€rmbelĂ€stigung wird jedoch dann gesprochen, wenn aufgrund eines oder mehrerer auftretender GerĂ€usche eine AktivitĂ€t unterbrochen bzw. behindert wird. Besonders bei Störungen in der Kommunikation bzw. wenn konzentrierte Denkleistung erbracht werden soll, definiert man derartige Schallereignisse als LĂ€rm.

Lochplattenabsorber (Lochplattenschwinger)
Anstelle von flĂ€chig geschlossenen, luftundurchlĂ€ssigen Platten (siehe auch “Plattenresonator”) können auch Platten mit regelmĂ€ĂŸig verteilten Öffnungen (Quadrate, Kreise, Schlitze) zum Aufbau von Resonanzabsorbern verwendet werden. Um höhere Resonanzfrequenzen zu erzielen setzt man durch die geringere Masse gerne Lochplattenabsorber ein.

Nachhallzeit
Die Nachhallzeit mit dem Formelzeichen T60 oder auch einfach T, im Englischen meistens RT (reverberation time), ist die bekannteste raumakustische KenngrĂ¶ĂŸe. Unter der Nachhallzeit versteht man das Zeitintervall, innerhalb dessen der Schalldruck in einem Raum bei plötzlichem Verstummen der Schallquelle auf den tausendsten Teil seines Schalldruck-Anfangswerts abfĂ€llt, was einer Pegelabnahme von 60 dB entspricht.

NRC (Noise Reduction Coefficient)
Mit NRC wird der mittlere Schallabsorptionsgrad im Bereich der vier OktavbĂ€nder 250, 500, 1000 und 2000 Hz bezeichnet. Die amerikanische Norm wird hauptsĂ€chlich als vergleichender Wert sowie zur Produktkennzeichnung von schallabsorbierenden Bauteilen, vor allem Wand- und Deckenverkleidungen, die zur LĂ€rmminderung eingesetzt werden, herangezogen. Der im deutschsprachigen Raum verwandte Wert fĂŒr den mittleren Schallabsorptionsgrad ist Alpha-w. (siehe auch „Einzahlwerte der Schallabsorption“)

Oktaven & Terzen
Als Oktave (von lat. octava: „die achte“) bezeichnet man ein Intervall, bei dem die Frequenz des tieferen zu der des höheren Tons im VerhĂ€ltnis 1:2 (Verdopplung der vorhergehenden Frequenz) steht. Vor allem akustische Parameter wie der Schallabsorptionsgrad oder der Schalldruckpegel werden ĂŒblicherweise in Schrittweiten von Oktaven und Terzen angegeben. Bedeutsam in der Raumakustik, bzw. bei der Bestimmung der schallabsorbierenden Eigenschaften eines Materials sind die Oktavfrequenzen 125 Hz, 250 Hz, 500 Hz, 1000 Hz, 2000 Hz sowie 4000 Hz. Jede Oktave beinhaltet drei Terzwerte (siehe auch „Einzahlwerte“).

Plattenresonator (Plattenschwinger)
Eine dĂŒnne, biegeweiche Platte (fugenlos) wird in einem gewissen Abstand vor einer Wand oder Decke angeordnet. Die Masse wird durch die mitschwingende Platte oder Membran und die Feder durch die dahinter liegende Luftschicht dargestellt. Durch Variation von PlattengrĂ¶ĂŸe, Plattendicke (flĂ€chenbezogene Masse) und Abstand zur Wand kann die DĂ€mpfung in einem weiten Frequenzbereich abgestimmt werden.

Poröse Absorber
Mineralfasern, Teppiche, SchÀume, Stoffe und Àhnlich gewirkte Materialien zÀhlen zu den am meisten eingesetzten, porösen Absorbern. Die Wirkungsweise dieser Art Absorber beruht auf dem Umstand, dass Schallwellen in die offenen Strukturen des Materials eindringen und an der OberflÀche der Poren durch Reibung der Luftteilchen in WÀrme umgewandelt werden können. Poröse Absorber erzielen ihre Schallabsorptionswirkung vornehmlich in den mittleren und hohen Frequenzbereichen.

Psychoakustik
Die Psychoakustik befasst sich mit der Beschreibung des Zusammenhanges der menschlichen Empfindung von Schall als Hörereignis und mit dessen physikalischen SchallfeldgrĂ¶ĂŸen als Schallereignis. Wichtige Anwendungen der Psychoakustik liegen in der Schallwirkungsforschung, der Telekommunikation, der Audiodatenkompression und der Tongestaltung.

Raumakustik
Raumakustik beschreibt die Auswirkungen baulicher Gegebenheiten eines Raums auf die in ihm stattfindenden Schallereignisse. Infolgedessen ist die Fragestellung, welche Materialien und OberflÀchen eingesetzt werden können um möglichst optimale akustische Bedingungen zu erreichen, einer der zentralen Punkte bei der Betrachtung dieses Themas.

Raummoden
Als Moden (von engl.mode -s, dort vom lat. modus), auch Schwingungsmoden, in der Akustik ĂŒberwiegend Raum- oder Eigenmoden genannt, bezeichnet man in der Physik die stationĂ€ren Eigenschaften stehender Wellen. Sie entstehen durch Überlagerungen von Direktschall und reflektiertem Schall und sind im Tieftonbereich bis 300 Hz besonders stark ausgeprĂ€gt. Durch diese von der Raumgeometrie abhĂ€ngigen Moden kann ein Schallereignis unterschiedlich laut erklingen, zudem auch abhĂ€ngig davon, von welchem Ort im Raum es wahrgenommen wird.

Reflexion
“Reflexion” ist vom lateinischen reflectere (zurĂŒckwerfen) abgeleitet. In der Akustik spricht man von Reflexion, wenn eine Schallwelle von einer OberflĂ€che zurĂŒckgeworfen wird. Stellt man die Wellenausbreitung durch Strahlen senkrecht zur Wellenfront dar, so gehorchen diese Strahlen dabei dem Reflexionsgesetz, d.h. der Eintrittswinkel des einfallenden Strahls ist gleich dem Austrittswinkel und die Strahlen liegen in der gleichen Einfallsebene.

Resonanz-Absorber
Der Resonanz-Absorber stellt ein Feder-Masse-System dar, das durch die auftreffende Schallwelle zu Schwingungen angeregt wird und in der NĂ€he der Resonanzfrequenz eine ausgeprĂ€gte Schallabsorption besitzt. Das heißt, die Wirkung ist im Maximum meist auf einen abgegrenzten Frequenzbereich beschrĂ€nkt und wird hĂ€ufig fĂŒr tiefe Frequenzen eingesetzt, da er hierfĂŒr besser als andere Absorbertypen geeignet ist. Beispiele fĂŒr Resonanzschlucker sind der Plattenresonator, Lochplattenabsorber und Helmholtzresonator. (siehe auch „Plattenresonator“, ”
„Lochplattenabsorber“ und „Helmholtzresonator“)

Sabinesche Nachhallformel
Aus der EinflussgrĂ¶ĂŸe Raumvolumen und der sich darin befindlichen Ă€quivalenten AbsorptionsflĂ€che lĂ€sst sich anhand der Sabineschen Formel die Nachhallzeit abschĂ€tzen, wobei „T“ fĂŒr die Nachhallzeit, „V“ fĂŒr das Raumvolumen und „A“ fĂŒr die Ă€quivalente SchallabsorptionsflĂ€che steht. Der Physiker Wallace Clement Sabine (1868-1919) fand heraus, dass sich die Nachhallzeit proportional zum Raumvolumen und umgekehrt proportional zur Ă€quivalenten AbsorptionsflĂ€che verhĂ€lt, was in folgende Formel T = 0,163 x V / A mĂŒndete. Die Ă€quivalente SchallabsorptionsflĂ€che A ergibt sich als Summe aller im Raum vorhandenen FlĂ€chen S, jeweils multipliziert mit dem zugehörigen Schallabsorptionsgrad α dieser FlĂ€che: A = α1S1 + α2S2 + α3S3 + 
 + αnSn

Schall
Schall ist eine allgemeine Sammelbezeichnung fĂŒr alle mechanischen Schwingungen und Wellen eines schwingungsfĂ€higen Systems (z.B. Luft, Wasser, etc.). In Luft breitet sich der Schall in Form von Druckschwankungen als Longitudinalwelle aus, die dem atmosphĂ€rischen Gleichdruck ĂŒberlagert sind. Die Schallwellen bewegen sich dabei mit einer Geschwindigkeit von c=343,8 m/s bei einer Lufttemperatur von 20°C fort.

Schallabsorber
Als Schallabsorber bezeichnet man Materialien, die auftreffenden Schall dĂ€mpfen, respektive in andere Energieformen umwandeln. Zu unterscheiden sind poröse Absorber und Resonanzabsorber bzw. Kombinationen dieser Absorbertypen. (siehe auch „Poröse Absorber“ und „Resonanzabsorber“)

Schallabsorption
Bei der Schallabsorption wird die Schallausbreitung einer starken DĂ€mpfung unterworfen, wobei Schall in WĂ€rme umgewandelt wird. Bei Schallabsorption wird zwischen den jeweiligen TrĂ€germedien unterschieden nach: Luftschallabsorption oder Körperschallabsorption. Stoffe, die schallabsorbierende Eigenschaften besitzen, nennt man Schallschluckstoffe. Diese können fĂŒr LuftschalldĂ€mpfung sowohl aus homogenem als auch aus porösem Material (siehe auch „Poröse Absorber“) bestehen. Bei homogenen Schallschluckstoffen erfolgt die Umwandlung durch innere Reibung infolge von Deformation des Materials und bei porösen Schallschluckstoffen durch Ă€ußere Reibung, d. h. durch Reibung zwischen den schwingenden Partikeln des Schallausbreitungsmediums und den Skelettelementen des porösen Materials.

Schallabsorptionsgrad α
Der Schallabsorptionsgrad α (Alpha) bezeichnet das Maß an absorbierter SchallintensitĂ€t. Demnach gibt der Schallabsorptionsgrad α eines Materials an, wie groß der absorbierte Anteil des gesamten einfallenden Schalls ist. α = 0 bedeutet, dass keinerlei Absorption stattfindet, sprich der einfallende Schall vollstĂ€ndig reflektiert wird. Bei α = 0,5 wird eine HĂ€lfte der auftreffenden Schallenergie absorbiert und die andere HĂ€lfte reflektiert. Bei α = 1 wird der komplette einfallende Schall absorbiert, eine Reflexion findet nicht mehr statt. Gelegentlich werden Werte vom Schallabsorptionsgrad α grĂ¶ĂŸer 1, also > 100% angegeben. Dieses wird unter praxisnahen Bedingungen bestimmt und trĂ€gt der Tatsache Rechnung, dass die wirksame FlĂ€che eines Absorbers etwas grĂ¶ĂŸer ist, als seine geometrische FlĂ€che. (Beispiel: Die Flanken des Absorbers werden in der Absorptionsleistung mitberĂŒcksichtigt)

Schallabsorptionsklassen
Das Klassifizierungssystem ist primÀr zur Anwendung bei breitbandigen GerÀuschen gedacht. Die Einzelangabe αW (bewerteter Schallabsorptionsgrad) wird dazu verwendet, die Schallabsorberklasse nach DIN EN ISO 11654 festzulegen.

Schallabsorberklasse Alpha-w Werte

● A – 0,90; 0,95; 1,00
● B – 0,80; 0,95
● C – 0,60; 0,65; 0,70; 0,75
● D – 0,30; 0,35; 0,40; 0,45; 0,50; 0,55
● E – 0,25; 0,20; 0,15
● unklassifiziert – 0,10; 0,05; 0,00

SchalldÀmmung
SchalldĂ€mmung bezeichnet den Vorgang, die Ausbreitung von Luft- oder Körperschall in einem zuvor definierten Ausmaß zu hemmen. Die SchalldĂ€mmung ist eine Maßnahme zur akustischen Trennung von RĂ€umen, gegen nicht erwĂŒnschten Schall von benachbarten RĂ€umen, bzw. von draußen. Sie ist Grundlage der Bauakustik und wird durch das SchalldĂ€mmmaß R in dB gekennzeichnet. Eine typische Thematik der Bauakustik ist die TrittschalldĂ€mmung. Trittschall entsteht ursĂ€chlich durch Körperschall (Schritte, Fußtritte, Klopfen), der seinerseits WĂ€nde oder Decken zur Abstrahlung von Luftschall anregt. Dagegen ist die SchalldĂ€mpfung oder die Schallabsorption (wie viel Schallenergie in WĂ€rme umgewandelt wird) eine typische Fragestellung der Raumakustik.

Schalldruck
Jedes Schallereignis stellt eine Schwankung des Luftdrucks dar, die sich in elastischen Medien wie Luft oder auch Wasser ausbreiten kann. Daher auch der Begriff „Schalldruck“. Als Faustformel gilt: Je stĂ€rker die Druckschwankung, desto lauter das Schallereignis – und je schneller sich die Schwankungen vollziehen, desto höher die Frequenz.

Schalldruckpegel (Lp)
Der Schalldruckpegel (Lp von engl. level pressure = Pegeldruck) stellt eine logarithmische GrĂ¶ĂŸe zur Beschreibung der StĂ€rke eines Schallereignisses dar und wird mit der Maßeinheit Dezibel (dB) gekennzeichnet. Die Messung von SchalldrĂŒcken erfolgt mit Mikrofonen. Der messbare Pegelbereich beginnt nicht wesentlich unter 0 dB und endet bei einer GrĂ¶ĂŸenordnung von ca. 150 bis 160 dB.

Schallschirmung
Ein Schallschirm ist ein Hindernis, welches die Schallausbreitung beeinflusst. Schallschirme werden sowohl in InnenrĂ€umen z.B. als Schall- und Sichtschutz in GroßraumbĂŒros oder im Freien eingesetzt. Sie bilden auf der Seite, die von der Schallquelle abgewendet ist, einen Schatten. Die Abschattung der Schallwellen bewirkt eine Verminderung der Schallenergie, da der Schall nicht mehr direkt, sondern nur noch ĂŒber Reflexion, Transmission und Beugung in den Bereich des Schattens gelangt. Schallschirme können zudem mit schallabsorbierenden Materialien ausgestattet sein, die die Schallausbreitung zusĂ€tzlich verringern.

Schallspektrum
Ein Schallspektrum (auch: akustisches Spektrum) ist die grafische Darstellung der Zerlegung eines akustischen Signals in die den einzelnen Teilfrequenzen zuzuordnenden Anteile. Es handelt sich somit um ein Frequenzspektrum, anhand dessen die Verteilung von SchalldrĂŒcken, SchallintensitĂ€ten oder Schallleistungen beziehungsweise deren Pegelwerten ausgewertet werden kann.

Schallwellen
Schwankungen des Luftdrucks, die durch Schallereignisse ausgelöst werden, werden Schallwellen genannt. Die LÀnge der Schallwellen definiert die Frequenz, die Höhe der Schallwellen den Pegel. Lange Schallwellen haben eine geringe Frequenz und werden als tiefe Töne wahrgenommen. Kurze Schallwellen haben eine hohe Frequenz und werden als hohe Töne wahrgenommen. Eine 100 Hz-Welle hat in der Luft eine Ausdehnung von 3,40 Metern, eine 5000 Hz-Welle eine Ausdehnung von ca. 7 Zentimetern.

Sound masking
Beim „sound masking“ werden gezielt natĂŒrliche (z.B. Vogelgezwitscher) oder kĂŒnstliche (z.B. Rauschen) GerĂ€usche genutzt, um unerwĂŒnschte GerĂ€uschkulissen zu ĂŒberlagern. Informationshaltige GerĂ€usche, beispielsweise ablenkende GesprĂ€che der Kollegen, lassen sich auf diese Weise „maskieren“, so dass sie als nicht mehr als ablenkend/störend empfunden werden. Dies geschieht per intelligent verorteten Lautsprechern und auf den jeweiligen Anwendungsfall abgestimmtes Audiomaterial.

Stehende Schallwellen
siehe „Raummoden“

Terzen
siehe „Oktaven & Terzen“

Verbund-Platten-Resonator (VPR)
Die Wirkweise des VPR beruht auf der Kombination zweier physikalischer Wirkprinzipien mit Ziel der höchstmöglichen SchalldĂ€mpfung ĂŒber ein breites Frequenzspektrum hinweg. Zur DĂ€mpfung im mehrheitlich tieffrequenten Bereich wird ein entsprechend der Resonanzfrequenz beschaffenes Feder-Masse-System verwendet (siehe auch “Plattenresonator”) welches im Inneren mit porösen Absorbermaterialien zu kombinieren ist. Diese Materialien haben in der Regel ihre höchste Wirksamkeit im mittel- bis hochfrequenten Bereich. Durch geschickte Kombination und Definition der Parameter Abmaße, Aufbauhöhe und Kantenausbildung des VPR, FlĂ€chenmasse der schwingenden Platte, Federsteife sowie Dichte und flĂ€chenbezogener Strömungswiderstand der porösen DĂ€mmplatte ist es möglich, einen auf hohem Niveau wirkenden Breitbandabsorber (oftmals mit dem besonderen Augenmerk auf gute Absorptionsleistung im tieffrequenten Bereich zwischen ca. 60 – 250 Hz) zu realisieren. Voraussetzung hierfĂŒr ist jedoch das Verbringen des VPR vor eine massive Wand oder Decke (“unendliche Masse”).