Normen und Richtlinien

Die wichtigsten technischen Normen und Richtlinien fĂŒr die Raumakustik


DIN EN ISO 18041

Hörsamkeit in kleinen bis mittelgroßen RĂ€umen (Mai 2004)

Diese Richtlinie unterscheidet RĂ€ume der Gruppe A und B:

RĂ€ume der Gruppe A

(Hörsamkeit mittlere und grĂ¶ĂŸere Entfernung)

  • KonferenzrĂ€ume
  • Gerichts-, Rats- und FestsĂ€le
  • UnterrichtsrĂ€ume
  • SeminarrĂ€ume
  • HörsĂ€le
  • TagungsrĂ€ume
  • InteraktionsrĂ€ume
  • GruppenrĂ€ume in KindergĂ€rten und KindertagesstĂ€tten
  • SeniorentagesstĂ€tten
  • GemeindesĂ€le
  • Sport- und Schwimmhallen

RĂ€ume der Gruppe B

(Hörsamkeit ĂŒber geringere Entfernung)

  • VerkaufsrĂ€ume
  • SpeisegaststĂ€tten, Kantinen
  • Publikumsbereiche fĂŒr den ÖPNV
  • Fahrkarten- und Bankschalter, Call-Center
  • Sprechzimmer in Anwalts- und Arztpraxen
  • BĂŒrgerbĂŒros
  • OperationssĂ€le, Behandlungs- und RehabilitationsrĂ€ume, Krankenzimmer
  • Öffentlichkeitsbereiche
  • PublikumsverkehrsflĂ€chen
  • LesesĂ€le, Leihstellen in Bibliotheken, Ausleihbibliotheken
  • TreppenhĂ€user, Foyers, AusstellungsrĂ€ume mit starkem Personenverkehr

DIN 18041 formuliert fĂŒr RĂ€ume der Gruppe B:

Raumart

  • VerkaufsrĂ€ume, WerkrĂ€ume, Call-Center, LesesĂ€le in Bibliotheken – 0,9*
  • Mehrpersonen- oder GroßraumbĂŒros mit BĂŒromaschinen, Schalterhallen, BĂŒrgerbĂŒros, OperationssĂ€le, Krankenzimmer, Leihstellen in Bibliotheken, Ausleihbibliotheken – 0,7*
  • EinzelbĂŒros, Sprechzimmer, Behandlungs- und RehabilitationsrĂ€ume, Pausenhallen, SpeisegaststĂ€tten, SpeiserĂ€ume, Kantinen mit einer FlĂ€che ĂŒber 50 mÂČ – 0,5*
  • TreppenhĂ€user, Foyers, AusstellungsrĂ€ume, VerkehrsflĂ€chen (Flure und VorrĂ€ume) mit starkem Personenverkehr und Publikumsbereich fĂŒr den ÖPNV – 0,2*

*Erforderliche AbsorptionsflÀche (100 % Absorptionsleistung) als Vielfaches der RaumgrundflÀche (bei Raumhöhe 2,50 m).

Beispiel fĂŒr Gruppe B:
Ein 50 mÂČ großes MehrpersonenbĂŒro braucht demnach 50 x 0,7 = 35 mÂČ AbsorptionsflĂ€che. Die Nachhallzeit ist dabei auf 0,58 Sekunden geeicht.


DIN EN ISO 354

Diese Norm beschreibt ein Hallraum-Verfahren zur Messung des Schallabsorptionsgrades von akustischen Materialien, die vornehmlich zur Bekleidung von WĂ€nden und Decken oder als Akustikwand (flĂ€chenhafte Absorber) benutzt werden, respektive zur Bestimmung der Ă€quivalenten SchallabsorptionsflĂ€che von Einzelobjekten, wie MöbelstĂŒcken, Personen oder Absorptionskörpern.

DIN EN ISO 11654

Schallabsorber fĂŒr die Anwendung in GebĂ€uden; Bewertung der Schallabsorption
Der bewertete Schallabsorptionsgrad αw wird mit EN ISO 11654 bestimmt. Die nach EN ISO 354 gemessenen Schallabsorptionsgrade (αs) werden fĂŒr jedes Oktavfrequenzband in praktische Schallabsorptionsgrade αp umgerechnet.

DIN EN ISO 3382

Die internationale Norm legt Verfahren fĂŒr die Messung der Nachhallzeit und anderer raumakustischer Parameter in AuffĂŒhrungsrĂ€umen fest. Sie beschreibt das Messverfahren, die benötigten GerĂ€te, die erforderliche Messpunktdichte und das Verfahren zur Auswertung der Daten und zum Erstellen des PrĂŒfberichts. Des Weiteren ist sie fĂŒr die Anwendung moderner digitaler Messtechniken und die Bewertung raumakustischer, aus Impulsantworten abgeleiteter Parameter vorgesehen.

VDI-Richtlinie 2569

Schallschutz und akustische Gestaltung im BĂŒro (Januar 1990)
FĂŒr eine ausreichende BedĂ€mpfung von MehrpersonenbĂŒros ist gemĂ€ĂŸ der Richtlinie ein VerhĂ€ltnis von AbsorptionsflĂ€che zu Volumen (A/V) 0,30 bis 0,35 m-1 geeignet. Dieses entspricht einer mittleren Nachhallzeit von T ≈ 0,5 s. Nach der Auffassung in Fachkreisen ist allenfalls noch ein VerhĂ€ltnis von A/V = 0,25 m-1 akzeptabel. Dies entspricht bei ĂŒblichen BĂŒrogrĂ¶ĂŸen einer mittleren Nachhallzeit von T ≈ 0,6 s.

FĂŒr EinzelbĂŒros werden keine expliziten Empfehlungen genannt. In Fachkreisen wird aufgrund bisheriger Erfahrungen die Ansicht vertreten, dass in kleineren EinzelbĂŒros eine Nachhallzeit von T = 0,8 bis 0,9 s keinesfalls ĂŒberschritten werden soll.

AWE Nr. 124

AWE Arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse Nr. 124 (2003)

Anforderungen an BildschirmarbeitsplĂ€tze im BĂŒrobereich

Kriterium 1
Der von einer einzelnen, identifizierbaren Schallquelle verursachte anteilige Schallpegel sollten den von allen ĂŒbrigen Quellen zusammen verursachten anteiligen Schallpegel um nicht mehr als 4 dB(A) ĂŒbersteigen. Andernfalls ist der Arbeitsplatz in schalltechnischer Hinsicht als “ungĂŒnstig” einzustufen.

Kriterium 2
Sprache aus fremden Arbeitsbereichen und von außerhalb soll nicht verstĂ€ndlich sein. Dies bedeutet in den hier betrachteten Mehrpersonen-BĂŒros in akustischer Hinsicht, dass der anteilige Sprachpegel von Personen, die nicht zum eigenen Funktionsbereich gehören, um mindestens 3 dB unter dem sonst vorhandenen GerĂ€uschpegel liegen soll. Andernfalls ist der Arbeitsplatz in schalltechnischer Hinsicht als “ungĂŒnstig” einzustufen.

Kriterium 3
Der von allen Quellen zusammen verursachte Schallpegel sollte, wenn die betrachtete Person nicht tÀtig, aber tÀtigkeitsbereit ist, so niedrig wie möglich sein. Hieraus ergibt sich eine Qualifizierung wie folgt:

Pegelbereich
(Beurteilungspegel am Arbeitsplatz)

Bis 30 dB(A) — Optimal
Über 30 dB(A) bis 40 dB(A) — Sehr gut
Über 40 dB(A) bis 45 dB(A) — Gut
Über 45 dB(A) bis 50 dB(A) — Im gewerblichen Umfeld akzeptabel
Über 50 dB(A) bis 55 dB(A) — UngĂŒnstig, aber noch zulĂ€ssig
Über 55 dB(A) — GerĂ€uschbelastung zu hoch